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Schalke benachteiligt? Die „wahre Tabelle“ überrascht

Mika Wallentowitz
Foto: IMAGO

Die sogenannte „wahre Tabelle“ der 2. Liga zeigt: In Spielen mit Schalker Beteiligung wurden einige Fehlentscheidungen getroffen.


Die Wahre Tabelle von Transfermarkt basiert nicht auf Fanmeinungen, sondern auf redaktionell bewerteten, vermeintlich klaren Fehlentscheidungen in spielentscheidenden Szenen. Grundlage sind TV-Bilder, Regelwerke und externe Schiedsrichter-Analysen. Sie ersetzt keine offizielle Tabelle, zeigt aber strukturelle Tendenzen auf.

Der Blick auf diese Tabelle könnte für Gesprächsstoff sorgen. Demnach wäre der FC Schalke 04 nach 17 Spieltagen nicht nur Herbstmeister, sondern mit 40 Punkten noch deutlicher Spitzenreiter. Drei Zähler hätte man mehr als in der offiziellen Tabelle, ausgelöst durch drei als klar bewertete Benachteiligungen aus Sicht der Redaktion.

Konkret geht es um einen zu Unrecht gegebenen Elfmeter gegen Schalke, einen nicht gepfiffenen Strafstoß sowie ein aberkanntes Tor in Münster. Dort wurde der 1:0-Siegtreffer wegen eines vermeintlichen Foulspiels von Mika Wallentowitz zurückgenommen. Obwohl der Schalker den gegnerischen Torhüter nachweislich nicht berührte, wurde das Tor annulliert und nicht einmal vom VAR überprüft. In der Logik der Wahren Tabelle hätte Schalke dieses Spiel gewonnen und zwei Punkte mehr geholt. Auch der von Ron Schallenberg verursachte Elfmeter am zweiten Spieltag in Kaiserslautern fließt in die Bewertung ein: Ohne den sehr strittigen Strafstoß von Marlon Ritter hätte Schalke dort voraussichtlich ein 0:0 und einen zusätzlichen Punkt verbucht.

Was die „wahre Tabelle“ für das Aufstiegsrennen bedeutet

Nicht nur Schalke wurde laut dieser Tabelle benachteiligt. Hannover 96 wäre mit vier zusätzlichen Punkten plötzlich Zweiter und würde einen Sprung von Rang fünf machen. Der SC Paderborn bliebe unverändert, da sich positive und negative Entscheidungen ausgleichen. Die SV Elversberg hingegen würde zwei Punkte verlieren und vom zweiten auf den vierten Platz abrutschen. Hertha BSC bliebe trotz der umstrittenen Roten Karte gegen Toni Leistner gegen Bielefeld unverändert Sechster, da andere Szenen dies kompensieren. Die Rotsperre gegen den FC Schalke am kommenden Spieltag wäre in einer Welt ohne Fehlentscheidungen annulliert und Leistner könnte gegen den S04 spielen.

Im Tabellenkeller würde sich allerdings kaum etwas ändern: Dynamo Dresden, Greuther Fürth und Fortuna Düsseldorf blieben unverändert die drei Letzten. Lediglich Düsseldorf hätte in der „wahren Tabelle“ einen Punkt mehr.

Trotzdem kann man diese Benachteiligung Schalkes relativieren. Zum einen sind Fehler menschlich, und auch die „wahre Tabelle“ beruht auf Einschätzungen. Zum anderen hatten die Königsblauen des Öfteren Spielglück. Schalke erzielte nur 22 Tore in 17 Spielen, viele der zwölf Siege waren knappe Arbeitssiege mit einem Treffer Unterschied. Siege wie gegen Nürnberg, Darmstadt oder Dresden fielen spät oder mit spürbarem Spielglück.