KnappenschmiedeSchalke News

Knäbel über Nachwuchsarbeit bei Schalke 04 – So formt Königsblau seine Talente

Peter Knäbel
Foto: imago images

Die Knappenschmiede genießt einen legendären Ruf. Unzählige Stars haben im Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) des Revierklubs ihre Karriere begonnen. Gerade Norbert Elgert (65), Chef-Trainer der U19, gilt als Institution im Jugendfußball. Leroy Sané (26), Julian Draxler (28) oder auch Manuel Neuer (35) sind nur einige der Spieler, die in der Knappenschmiede ihre Laufbahn begannen.

Im aktuellen Kader von Schalke 04 stehen jedoch auch Profis, die niemals in einem Nachwuchsleistungszentrum dem Ball hinterherjagten. Trotzdem gelang es ihnen, sich in der 2. Bundesliga zu etablieren. Zwar zählen sie bislang nicht zu den Stammspielern, ihre Entwicklung ist aber auch noch lange nicht abgeschlossen. Wie ihnen dennoch der Sprung in den Profi-Fußball gelang, erläuterte Schalkes Sportvorstand Peter Knäbel gegenüber der „WAZ“.

„Spieler der zweiten Welle“ seien sie, meint der 55-Jährige. Dazu zählt er im aktuellen Kader des Revierklubs Florian Flick (21), Blendi Idrizi (23) und Henning Matriciani (22). Sie kickten nie in einem der NLZ der Profivereine. Flick spielte viele Jahre in der Jugend von Waldhof Mannheim. Idrizi stand zwar zwei Jahre im Kader der U19 des 1. FC Köln, kehrte aber zu Blau-Weiß Friesdorf in die Mittelrheinliga zurück, bevor er über Alemannia Aachen und Fortuna Köln den Weg nach Gelsenkirchen fand. Matriciani erhielt seine fußballerische Ausbildung beim SV Lippstadt 08.

Notwendige Geduld für Talente aufbringen

Knäbel rät die Arbeit bei unterklassigen Klubs nicht zu unterschätzen: „Die gute Arbeit und den Wert der Vereine wie beispielsweise Waldhof Mannheim, Fortuna Köln oder auch SV Lippstadt 08 muss man sehen und wertschätzen. Auch in den Spielern aus diesen Vereinen kann enorm viel Potential stecken, und genau das ist entscheidend für Schalke 04.“ Damit sie nicht durchs Raster fallen, benötige man „den Blick, die nötigen Strukturen und vor allem die notwendige Geduld“.

Es gebe keinen Königsweg, um den Sprung in den Profibereich zu schaffen. „Den Übergang vom Junioren- in den Seniorenfußball müssen wir als wichtigsten Teil der Ausbildung begreifen. Und dieser verläuft immer individuell“, meint der 55-Jährige, der als Jugendlicher für Borussia Dortmund und den VfL Bochum spielte. Von großer Bedeutung sei die „Verzahnung zwischen der Knappenschmiede und der Lizenzmannschaft“, so Knäbel. „Wer in der U23 überzeugende Leistungen zeigt, kann und soll auch die Chance bekommen, sich bei den Profis zu beweisen.“