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Gazprom-Sponsoring gilt nur für 1. Liga – 20 Millionen würden fehlen

Nassim Boujellab
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Seit 2007 bereits ist der russische Erdgasförderer Sponsor des FC Schalke 04. Auch das könnte sich im Falle eines Abstiegs in die 2. Bundesliga ändern, wie dann wahrscheinlich so vieles anderes auch. Bei Weltfussball.de weiß man auch, wie viel Geld Schalke dann weniger im Etat der Saison verbuchen könnte: 20 Millionen Euro.

Vermindert natürlich um jene Summe, die ein alternativer Sponsor in der 2. Bundesliga zu zahlen bereit wäre. Doch ob eine Alternative überhaupt nötig sein wird, ist noch nicht definitiv. Klar ist allerdings, dass die gegenwärtigen Verträge mit Gazprom nur Gültigkeit im Oberhaus des deutschen Fußballs besitzen. Zuletzt war die Zusammenarbeit im Jahr 2016 zum Sommer 2022 verlängert worden.

Ganz entscheidender Faktor beim Zustandekommen und der mehrmaligen Verlängerung dieses Deals war Clemens Tönnies gewesen. Der westfälische Milliardär soll sogar Kontakte bis zu Wladimir Putin besitzen, mindestens aber sehr gute zu Gazprom, deren Schriftzug nun seit über einem Jahrzehnt die Brust der Schalker Spieler ziert.

Möglich wäre bei einem Abstieg schlicht eine Reduktion der Summe, aber ein Weiterlaufen der Zusammenarbeit. Doch der Sponsor soll „extrem unzufrieden“ mit der Schalker Entwicklung sein, wird kolportiert. Das ließe nicht unbedingt auf eine weitere Zusammenarbeit auch in Liga 2 schließen.

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Tönnies knüpfte einst Kontakt nach Russland

Es kommen also voraussichtlich auch von dieser Seite der Einnahmen starke Einschränkungen auf den FC Schalke 04 hinzu, falls man den Klassenerhalt nicht schafft. Und das, da man in der 2. Liga doch ohnehin schon deutlich weniger TV-Einnahmen hätte. Da auch die Reichweite sinkt, würden auch etliche andere Sponsoren sicher nur weniger als in der 1. Liga zahlen wollen.

Das wiederum machte eine möglichst rasche Rückkehr per Wiederaufstieg schwieriger. Dass man überhaupt die Lizenz für die 2. Bundesliga erhalten würde, sieht man intern als recht wahrscheinlich an. Ein Wiederaufstieg ist damit aber noch keineswegs garantiert, wie man aktuell am Beispiel des Hamburger SV sieht, der nach seinem Abstieg nun schon das dritte Jahr in Folge nur zweitklassig Fußball spielt.

Während so mancher kritische Fan froh wäre, die Verbindung zum immer mal wieder umstrittenen, weil so regime-nahen Sponsor aus Russland zu kappen, wäre es im Sinne der sportlichen Konkurrenzfähigkeit sicher besser, wenn Gazprom an Bord bliebe. Es ist kein Geheimnis im deutschen Profifußball, dass der Konzern ein wenig mehr zahlt als eigentlich marktüblich wäre.