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Rechtsformänderung rückt näher: Genossenschaft geplant

FC Schalke 04
Foto: Lars Baron/Bongarts/Getty Images

So langsam macht man auf Schalke offenbar Nägel mit Köpfen. Eine Änderung der Rechtsform des bislang als eingetragener Verein firmierenden FC Schalke 04 wird immer wahrscheinlicher. Die Verantwortlichen scheinen dabei die Rechtsform einer Genossenschaft anzustreben.

Selbst der am Dienstag geschiedene langjährige Aufsichtsratschef hatte es zuletzt noch in den Medien betont: „Schalke kommt für eine positive Zukunft nicht an einer Ausgliederung vorbei.“ Das Werben Tönnies‘ für eine Änderung der juristischen Daseinsform des Clubs wird nun wohl erstmal ein Ende haben. Doch die verbliebenen Verantwortlichen machen wohl genau dort weiter, wo Tönnies aufgehört hat. Die Pläne sollen sogar schon konkreter werden.

Man hat die Rechtsform einer Genossenschaft ins Auge gefasst. Nicht zuletzt, weil diese am besten zur Identität, aber auch zum Image von Schalke 04 passe. Damit würde man sich immer noch von der Konkurrenz abheben, die wie z. B. der FC Bayern als AG firmiert, wie der FC Augsburg als GmbH & Co KgaA oder wie Gladbach auch als einfache GmbH.

Eine solche Genossenschaft ist ein Mix aus Aktiengesellschaft und Verein, womit eben bestimmte Anteile des Vereinscharakters erhalten blieben. Wie das Handelsblatt weiter erläutert, würden dabei auch die Interessen der Vereinsmitglieder weiter zum Tragen kommen.

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Mitglieder müssten überzeugt werden

Ob man das alles ausreichend positiv kommunizieren kann, um eine Mehrheit der Schalker davon zu überzeugen, die Rechtsform des e. V. zu verlassen, wird die Zukunft zeigen. Eine Zwei-Drittel-Mehrheit wäre bei der nächsten Mitgliederversammlung nötig, um den Club in eine Genossenschaft zu wandeln.

Bei 150.000 Mitgliedern waren in den letzten Jahren meist etwas über 10.000 Mitglieder zu diesen Versammlungen erschienen. In Zeiten der Corona-Pandemie ist es aktuell aber völlig offen, wann eine Veranstaltung derartiger Größenordnung überhaupt wieder zugelassen wäre. Ob man stattdessen auf Brief- oder Online-Wahl setzt, ist wohl noch nicht geklärt, wie überhaupt noch ein Termin für die nächste MV fehlt.

Klar ist aber jetzt, nur zwei Tage nach der Demission von Clemens Tönnies, dass die Verantwortlichen eine Umwandlung der Rechtsform weiter anstreben.